Zum Inhalt springen
Ückendorf Kunstführer

Kunst im Kreativ.Quartier Ückendorf: was war, was ist

Nr.
07
Kapitel
Galeriemeile
Stand
Archiv
alte Adresse, neuer Text

Die Galeriemeile Gelsenkirchen: ein Künstlernetzwerk seit 2010

Die Galeriemeile Gelsenkirchen war ein Netzwerk von Ateliers und Galerien in Gelsenkirchen-Ückendorf. Sie lag entlang der Bochumer Straße und der Bergmannstraße und schloss sich 2010 zusammen. Sie warb mit dem Slogan von der „größten Galeriedichte des Ruhrgebiets“. Laut Stadt Gelsenkirchen belebten Künstlerinnen und Künstler dabei zahlreiche zuvor leer stehende Ladenlokale. Neben bildender Kunst gehörten auch Musik und Design dazu (Quelle: gelsenkirchen.de/de/Kultur/Bildende_Kunst__Literatur__Tanz/Galeriemeile_Gelsenkirchen).

Wann und wie entstand die Galeriemeile Gelsenkirchen?

Die Galeriemeile Gelsenkirchen entstand 2010 als Zusammenschluss mehrerer Galerien und Ateliers in Ückendorf. Die Wikipedia-Seite zum Stadtteil verbindet sie mit dem Kreativquartier Ückendorf, das ab 2013 daraus hervorging. Dieselbe Seite nennt das Fotoprojekt bild.sprachen, das 2009 ein Projektbüro in der Bergmannstraße bezog (Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Gelsenkirchen-Ückendorf).

Das Fotoprojekt bild.sprachen wurde 2008 vom Wissenschaftspark Gelsenkirchen gemeinsam mit einem Fotografen gestartet. Es sollte regelmäßig Ausstellungen regionaler Fotografinnen und Fotografen zeigen (Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftspark_Gelsenkirchen).

Die Stadt Gelsenkirchen nennt mehrere treibende Kräfte der Galeriemeile. Dazu zählen das Projekt bild.sprachen, die Kunststation Rheinelbe, das „Domizil“ des Bundes Gelsenkirchener Künstler und die örtliche Gastronomie. Die Reichweite der Galeriemeile dehnte sich nach Westen bis zur Künstlersiedlung Halfmannshof aus. Nach Süden reichte sie bis zur Kunststation Rheinelbe, nach Nordosten bis zur Ückendorfer Straße (Quelle: gelsenkirchen.de/de/Kultur/Bildende_Kunst__Literatur__Tanz/Galeriemeile_Gelsenkirchen).

Der Bund Gelsenkirchener Künstler bezeichnet sich auf seiner Website als Mitgründer der Galeriemeile Gelsenkirchen. Durch diese Initiative seien weitere Künstlerinnen und Künstler mit Ateliers im Stadtteil angesiedelt worden (Quelle: bundgelsenkirchenerkuenstler.de/verein-domizil/).

Wer trug die Galeriemeile Gelsenkirchen?

Der Galeriemeile Gelsenkirchen e.V. wurde 2013 gegründet und löste sich 2022 auf. Er sollte die Veranstaltungen der Galeriemeile durchführen (Quelle: gelsenkirchen.de/de/Kultur/Bildende_Kunst__Literatur__Tanz/Galeriemeile_Gelsenkirchen). Die Programmbroschüre zu „Licht an“ 2015 nennt den Verein als Organisator. Sie beschreibt ihn als Gründung der beteiligten Künstlerinnen und Künstler (Quelle: gelsenkirchen.de/de/_meta/aktuelles/artikel/anhang/778-brosch_licht_an_2015_f_web.pdf).

Der Verein Galeriemeile Gelsenkirchen e.V. förderte laut seiner Website von 2019 Kunst und Kultur in der Galeriemeile. Mitglieder waren vornehmlich bildende Künstlerinnen, Künstler und Kunsthandwerker. Die Website nannte das „Ü109“ an der Bochumer Straße 109 das Künstlerhaus der Galeriemeile Gelsenkirchen. Es bot Mitgliedern und ausgewählten Gästen Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen über zwei Etagen (Archiv: web.archive.org/web/20190717014924/https://galeriemeile-gelsenkirchen.de/verein.html).

Nach der Auflösung des Vereins trat eine Interessengemeinschaft Galeriemeile Gelsenkirchen auf. Sie steht im Impressum des Programmhefts zu „Tür auf“ 2024 als Herausgeberin (Quelle: gelsenkirchen.de/de/_meta/veranstaltungskalender/anhang/2483-tuer_auf_2024_programmheft.pdf). Die Stadt Gelsenkirchen führt die „IG Galeriemeile Gelsenkirchen“ weiterhin in ihrer Liste der Netzwerke im Kreativ.Quartier (Quelle: gelsenkirchen.de/de/Kultur/Kultur-_und_Veranstaltungsorte/Kreativquartier_Ueckendorf___Halfmannshof/Kreativquartier_Ueckendorf_-__Kreative.aspx; Stand: Oktober 2026).

Welche Rolle spielte die Galeriemeile für die Stadterneuerung?

Die Stadt Gelsenkirchen sah die Galeriemeile 2016 als Potenzial für die Bochumer Straße. Das zeigen ihre vorbereitenden Untersuchungen zum Sanierungsgebiet Bochumer Straße vom Juli 2016. Darin heißt es, in Ückendorf hätten sich zahlreiche „Kreative“ niedergelassen und ein Kreativ Quartier etabliert. Ein Künstlernetzwerk unter dem Titel „Galeriemeile Ückendorf“ sei vor allem durch Ateliers und Galerien in der Bergmannstraße vertreten. Als Potenzial des Gebiets nennt der Bericht „Kreativquartier, Galeriemeile Bergmannstraße“ (Quelle: gelsenkirchen.de/de/infrastruktur/stadtplanung/stadterneuerung_gelsenkirchen/Bochumer_Strasse/_doc/Abschlussbericht.pdf).

Die Stadt wollte die Atelierwochenenden der Galeriemeile ausdrücklich unterstützen. Ihr Projektblatt „Kunst und Kultur entwickeln im Kreativ.Quartier Ückendorf“ nennt dieses Ziel für Aktionen wie „Licht an!“ und „Tür auf!“. Als Start gibt das Blatt den Ratsbeschluss zum Kreativ.Quartier vom 17. Oktober 2013 an (Quelle: gelsenkirchen.de/de/Infrastruktur/Stadtplanung/Stadterneuerung_Gelsenkirchen/Bochumer_Strasse/_doc/Kreativquartier.pdf). Mehr dazu unter Kreativ.Quartier Ückendorf.

Was waren „Tür auf“ und „Licht an“?

„Tür auf!“ und „Licht an!“ waren die zwei jährlichen Wochenenden der Galeriemeile Gelsenkirchen. Es gab offene Ateliers, Ausstellungen, Kulturprogramm und einen Rundgang durch das Quartier. „Tür auf!“ lag am ersten Mai-Wochenende, „Licht an!“ am ersten Adventswochenende (Quelle: gelsenkirchen.de/de/Kultur/Bildende_Kunst__Literatur__Tanz/Galeriemeile_Gelsenkirchen). Die Einzelheiten aus den Programmheften stehen unter Tür auf! und Licht an! im Rückblick.

Warum pausierte die Galeriemeile Gelsenkirchen?

Die Interessengemeinschaft Galeriemeile Gelsenkirchen kündigte 2025 eine „schöpferische Pause“ an. „Tür auf“ und „Licht an“ sollten in jenem Jahr ausfallen. Die Formate sollten kreativ und konzeptionell überarbeitet werden. Als Gründe nannte sie neu gewachsene Ausstellungs- und Festivalformate im Quartier. Dazu kam der Umbau der Bochumer Straße, der Nahverkehr und Verkehrsführung bis 2029 beeinträchtige. Auch eine räumliche Veränderung schloss die Interessengemeinschaft nicht aus (Archiv: web.archive.org/web/20251019/https://galeriemeile-gelsenkirchen.de/).

Die letzte archivierte Fassung der Website galeriemeile-gelsenkirchen.de stammt vom März 2026. Sie zeigt nur noch den Titel „Galeriemeile Gelsenkirchen“ und die Worte „Auf Wiedersehen!“ (Archiv: web.archive.org/web/20260313131758/https://galeriemeile-gelsenkirchen.de/; Stand: Oktober 2026). Ob die Galeriemeile in neuer Form zurückkehrt, ist offen. Die Pause-Ankündigung von 2025 hoffte auf eine gemeinsame Neukonzeption (Archiv: web.archive.org/web/20251019/https://galeriemeile-gelsenkirchen.de/).

Wo findet man heute, was die Galeriemeile ausmachte?

Viele Orte aus dem Umfeld der Galeriemeile Gelsenkirchen bestehen weiter. Die Stadt Gelsenkirchen führt sie als Kulturorte im Kreativ.Quartier Ückendorf. Dazu gehören das Domizil des BGK, die Künstlersiedlung Halfmannshof und die Kunststation Rheinelbe. Ebenso genannt sind die Heilig-Kreuz-Kirche und der Wissenschaftspark (Quelle: gelsenkirchen.de/de/Kultur/Kultur-_und_Veranstaltungsorte/Kreativquartier_Ueckendorf___Halfmannshof/Kreativquartier_Ueckendorf_-_Orte.aspx; Stand: Oktober 2026). Eine Auswahl mit Belegen steht unter Ateliers und Kunstorte.

Weiter im Kapitel Galeriemeile

  1. Tür auf! und Licht an!: die offenen Atelierwochenenden im Rückblick